Stell dir vor, du wachst an einem klirrend kalten Januarmorgen auf. Draußen glitzert der Raureif auf den Zweigen, und der Boden ist steinhart gefroren. Während wir uns drinnen mit einer heißen Tasse Tee aufwärmen, beginnt für unsere tierischen Nachbarn im Garten der tägliche Überlebenskampf. Die natürliche Nahrungssuche wird bei Eis und Schnee zur echten Herausforderung. Insekten sind verschwunden, Würmer unerreichbar tief im Boden, und viele Samen sind unter einer Schneedecke begraben. Genau jetzt können wir Gärtner zu echten Lebensrettern werden. Doch Tiere im Winter richtig füttern will gelernt sein! Es reicht nicht, einfach irgendwelche Essensreste rauszustellen – das kann sogar mehr schaden als nützen.
In diesem ausführlichen Guide zeige ich dir, wie du deinen Garten in ein sicheres Winter-Buffet verwandelst und Vögeln, Eichhörnchen und sogar Igeln artgerecht durch die kalte Jahreszeit hilfst.
1. Das Vogel-Buffet: Nicht jeder Schnabel isst das Gleiche!
Unsere Gartenvögel sind die auffälligsten Gäste an der Futterstelle. Aber hast du gewusst, dass man sie grob in zwei Gruppen einteilen kann, die völlig unterschiedliche Vorlieben haben?
Die Körnerfresser: Die "Nussknacker"
Vögel mit kräftigen, dicken Schnäbeln wie Finken (z.B. Buchfink, Grünfink), Sperlinge oder Dompfaffen sind darauf spezialisiert, harte Schalen zu knacken.
Mein Tipp für Körnerfans: Ein großer Sack Sonnenblumenkerne ist die beste Basis für den Winter: 5kg Sonnenblumenkerne, TOP Qualität*
Die Weichfutterfresser: Die "Feinschmecker"
Vögel mit feinen, spitzen Schnäbeln wie Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönige oder Heckenbraunellen können harte Körner nur schwer bewältigen. Sie suchen normalerweise nach Insekten, Würmern und Beeren.
Mein Tipp für Weichfutterfresser: Ein spezieller Bodenfuttertisch schützt das Futter vor Nässe und ist für Amsel & Co. leicht erreichbar*
Wichtige Warnung: Die Sache mit den Meisenknödeln
Meisenknödel sind toll, denn das Fett liefert extrem viel Energie. Aber bitte, bitte: Kaufe niemals Knödel in Plastiknetzen! Die Vögel können sich mit ihren feinen Krallen darin verheddern, was zu schlimmen Verletzungen bis hin zum Tod führen kann. Außerdem landen die leeren Netze oft als Müll in der Natur.
Die sichere Alternative: Ein stabiler Knödelhalter aus Metall zum Aufhängen*
2. Die kleinen Akrobaten: Eichhörnchen unterstützen
Viele Leute denken, Eichhörnchen halten Winterschlaf. Das stimmt aber nicht! Sie halten eine Winterruhe. Das bedeutet, sie schlafen viel, wachen aber jeden Tag für ein paar Stunden auf, um zu fressen.
Das Problem im Winter
Im Herbst verbuddeln die schlauen Nager Tausende von Nüssen als Vorrat. Doch wenn der Boden tief gefroren ist oder eine dicke Schneedecke liegt, kommen sie an ihre eigenen Vorräte nicht mehr heran. Zudem verbrauchen sie beim Suchen extrem viel wertvolle Energie.
So hilfst du richtig
Mein Tipp für Hörnchen-Fans: Ein Futterautomat aus unbehandeltem Holz ist nicht nur nützlich, sondern auch toll zu beobachten*
3. Stachelige Notfälle: Igel im Winter
Normalerweise sollten unsere stacheligen Freunde von November bis März fest in ihrem Winterquartier (z.B. einem großen Laubhaufen) schlummern und ihren Winterschlaf halten.
Wann braucht ein Igel Hilfe?
Wenn du im tiefsten Winter bei Frost und Schnee einen Igel herumlaufen siehst, ist das ein Alarmzeichen. Es ist fast immer ein Tier, das Hilfe braucht – sei es, weil es krank ist, sein Nest zerstört wurde oder es (oft Jungtiere) nicht genug Winterspeck hat.
Die Notfall-Fütterung
Wenn du einen aktiven Igel siehst, solltest du ihm sofort Futter anbieten, damit er Energie tanken kann.
LEBENSGEFAHR: Die Milch-Lüge
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Igel Milch mögen. Das stimmt zwar, aber sie ist für sie lebensgefährlich! Igel sind laktoseintolerant. Der Milchzucker verursacht schweren, oft tödlichen Durchfall. Gib Igeln also niemals Milch!
Das richtige Notfall-Set: Ein Vorrat an gutem Katzenfutter* und flache Schalen, die nicht leicht umkippen*
Hinweis: Wenn ein Igel auch nach der Fütterung sehr klein, torkelnd oder apathisch wirkt, nimm ihn bitte mit ins Warme (in eine Kiste) und kontaktiere umgehend eine Igelstation oder einen Tierarzt.
4. Der naturnahe Garten: Das beste Buffet ist die Natur selbst
Zufüttern ist toll und wichtig, aber der beste Schutz für Tiere im Winter ist ein naturnaher Garten. Ein klinisch reiner, "aufgeräumter" Garten ist im Winter eine tote Zone.
Mut zur Unordnung!
Fazit: Tiere im Winter richtig füttern bringt Freude!
Du siehst, Tiere im Winter richtig füttern ist kein Hexenwerk, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Es gibt kaum etwas Schöneres, als an einem kalten Tag mit einer Tasse Tee am Fenster zu sitzen und das bunte Treiben am Futterhaus zu beobachten. Du hilfst den Tieren nicht nur beim Überleben, sondern holst dir auch ein Stück lebendige Natur direkt vor deine Fensterscheibe.
Viel Spaß beim Füttern und Beobachten!
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